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Alumni-Tag-Spektakel

Treffen der Ehemaligen sorgte für reichlich Aufregung während des FJM-Jubiläums

Seit 100 Jahren gibt es unser geliebtes FJM und seit 100 Jahren gehen jedes Jahr regelmäßig Schüler ein und aus bei uns. Wenn wir einmal kurz überschlagen: pro Jahr kommen mindestens hundert neue Schüler an unsere Schule. Das bedeutet, dass es über die Jahre mindestens 10 000 Schüler am FJM gab – und bei dieser Anzahl sind noch nicht einmal Lehrer, Referendare, Hausmeister und Direktoren mitgezählt. Wie man sieht, ist das FJM nicht nur für uns, sondern auch für zahlreiche andere Menschen ein wichtiger Ort.

 

 

Der strebergarten-Stand
Der strebergarten-Stand

Am Alumni-Tag waren alle Ehemaligen des FJMs dazu eingeladen, an den Ort ihrer Jugend zurück zu kehren. Über 1000 Gäste meldeten sich an, um bei diesem Spektakel dabei zu sein. Im Foyer wurden sie von aktuellen Schülern willkommen geheißen. Die Jahrgangsstufe 11 organisierte ein riesiges Kuchenbuffet. Außerdem gab es Waffeln von der SV, einen Stand mit Informationen über den Förderverein des FJMs und natürlich den Stand des strebergarten.

 

 

 Jedem der 1000 Gäste war die Schülerzeitung noch ein Begriff. Sätze wie „Ach ja, der strebergarten, den gab es auch schon zu meiner Zeit!“, „Guck mal da, bei diesen Ausgaben war ich Redakteur!“ und „An diese Ausgabe erinnere ich mich noch ganz genau!“ wiederholten sich den ganzen Tag über. Neben der neusten Ausgabe des strebergarten, konnte man sich auch unser Archiv mit allen Ausgaben, die der strebergarten jemals veröffentlicht hat, anschauen.

Um diesen einmaligen Tag, an dem ehemalige Schüler aus allen Jahrgängen vertreten waren, nicht zu vergessen, konnte man ein Erinnerungsfoto machen. Vor den Kunsträumen wurde ein – fast professionelles – Fotostudio mit Leinwand und altem Tisch aus vergangenen Jahren aufgebaut. Wer wollte, konnte auch bei einer Umfrage zum FJM mitmachen, hierfür standen Laptops mit einem entsprechenden Fragebogen bereit.

Für das leibliche Wohl sorgte nicht nur der Kuchen, sondern auch ein Buffet, das von der DAA bereit gestellt wurde. Neben normalen Getränken konnte man sich am karibischen Cocktailstand bedienen lassen, zum Beispiel mit einem Caipirinha – natürlich nur für Erwachsene.

Für Unterhaltung sorgten das Schulorchester und der VIP Kurs der Jahrgangsstufe 12. Unterstützt von der Technik-AG, die eine tolle Bühne und beeindruckende Beleuchtung aufgebaut hatten – ein Blickfang war die riesige Discokugel – wurde der Tag, der noch weit in die Nacht hineinreichte, ein voller Erfolg. Für gute Stimmung sorgte vor allem das vom Physik-LK der Jahrgangsstufe 11 selbst gebraute Fürstenbier.

 

 

 

Ob jung oder alt, aus jeder Generation war jemand vertreten. Da war es natürlich klar, dass man versuchte, alte Freunde und Schulkameraden wiederzufinden. Manche machten sich sogar die Mühe und bastelten sich Schilder mit dem Aufdruck „Abi’79“, um so alte Bekannte wiederzufinden. Man erfuhr auch, dass ein paar der aktuellen Lehrer auch schon damals bei uns an der Schule gewesen waren, zum Beispiel Frau Janßen oder Herr Zelmanovski. 

 

 

 

 

In diesen 100 Jahren FJM scheint viel passiert zu sein: Weltkriege brachen aus, die Schule musste wieder aufgebaut werden, ehemalige Schüler mauserten sich zu Lehrern und Schuldirektoren kamen und gingen – aber nicht ohne die Schule nachhaltig geprägt zu haben. Am Alumni-Tag hörte man viele Geschichten, die man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen kann. So wurde uns der Abijahrgang ’89 als einer der „schlimmsten überhaupt“ beschrieben. Die Schüler veröffentlichten trotz Verbot des damaligen Schulleiters drei Artikel in ihrer Abiturzeitung, weshalb die Lehrer aus Protest nicht zum Abiball gingen, was damit endete, dass eben nur Schüler und Eltern anwesend waren.

 

 

Eine wirklich beeindruckende Geschichte hörten wir von Frau Koh, welche 1946, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, wieder an das FJM gehen durfte. Während der Schulzeit mussten sie jedoch dabei helfen, die Schule wieder aufzubauen, da alles in Trümmern lag. 1949 machte sie ihr Abitur. Frau Koh beschrieb uns ihre Schulgemeinschaft als eng verbunden. „Wir wollten wieder leben!“, sagte sie.

 

Aber es gab auch nicht so schöne Geschichten. So erzählte uns beispielsweise ein Herr: „Ich bin nicht hier, weil ich Schüler war, sondern obwohl ich Schüler war.“ Er war in den 60ern am FJM, zur Zeit des Kalten Krieges, und beschrieb seine Schulzeit als keine gute Zeit. Geprägt von Druck und Zwang war es keine Freude, in die Schule zu gehen, doch 1968 kam infolge der Studentenbewegung der Umbruch und es wurde wieder angenehmer für Schüler.

 

 

Auch erfuhren wir, dass es ehemalige Schüler gibt, die sich zu bekannten Persönlichkeiten entwickelt haben. So zum Beispiel Reinhard Goebel, welcher ein bekannter Violinist und Dirigent ist und sich hauptsächlich auf Barockmusik konzentriert.

 

Der Alumni-Tag zum 100 jährigen Jubiläum war ein besonderer Tag, der viele Menschen verschiedenen Alters zusammengeführt hat und sie an ihre Jugend im FJM erinnert hat. Nicht nur ehemalige, sondern auch aktuelle Schüler und Lehrer waren begeistert von diesem Spektakel und wir alle freuen uns auf das nächste Jubiläum in 25 Jahren!

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