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"Schule ist scheiße!"

Wieso Arbeit und Schule immer "schlecht" sein muss

"Montage sind Scheiße!" "Endlich Freitag!" "Wir bräuchten 2 mal Ferien im Jahr, jeweils 6 Monate." Aber weshalb? Weshalb kann man nur in seiner Freizeit Spaß haben? Wieso lebt man nur am Wochenende? Warum arbeitet man nur auf die nächsten Ferien hin? Um diesen Fragen ein Ende zu bereiten, gucken wir uns mal an, warum man denn überhaupt irgendwo keinen Spaß oder Spaß haben kann.

Dazu hole ich einmal ein wenig aus. Eine der meiner Meinung nach größten Schwächen des Menschen ist, dass wir uns nach Freiheit sehnen, aber nicht nach irgendeiner Freiheit, denn da gibt es viele verschiedene Definitionen von. Ich meine die Freiheit durch Möglichkeiten. Möglichkeiten, Dinge so zu tun, wie man will. Und was wollen wir? Genau! Immer das, was wir nicht haben können, wozu uns die Möglichkeit fehlt. Das fängt schon bei Kleinkindern an, die immer mit genau dem Spielzeug spielen wollen, mit dem grade ein anderes Kind spielt, wodurch das eigene Spielzeug total langweilig und scheiße wird.

Genau das gleiche passiert mit der Arbeit oder Schule, wenn wir dann im Internet sehen, wie irgendwelche Leute ihr Geld alleine damit verdienen, ein geiles Leben zu führen, in dem sie immer machen können, was sie wollen und alle Möglichkeiten haben und ausnutzen. Und wir wissen ja, dass dein Leben erst etwas Wert ist, wenn du es lebst, undzwar richtig! Indem du mindestens eine Weltreise gemacht hast, jeden Tag auf Dächer kletterst und die ganze Zeit die Sonne untergeht. Da sagt man doch ganz schnell, dass die Arbeit und die Schule scheiße ist und uns die Freiheit raubt, unser Leben zu leben. Dann ist doch klar, warum nur das Wochenende Spaß machen kann.

Um herauszufinden, warum dies ein riesiger Trugschluß ist, betrachten wir verschiedene Aspekte. Zunächst einmal, die Menschen, die ihr da seht, zeigen euch auch nur das Beste aus ihrem Leben, nur die romantischen oder epischsten Augenblicke komprimiert auf eine Snapchat-Geschichte oder ein YouTube-Video. Bei denen sieht es auch nicht immer so aus. Bei denen geht nicht der ganze Abend lang die Sonne unter, deren Bungeejump geht auch nur 1 Minute, und vor allem brauchen die auch noch 6 Stunde , um das alles so zu komprimiert in ein Video zu schneiden, und ich kann euch sagen, scheiden ist echt nicht grade das epischste von und zu Welt.

Abgesehen davon, dass deren Leben viel zu gut dargestellt wird, wird unser Leben als zu langweilig dargestellt, wenn du nicht deinen Traum lebst. An sich ist es ja nicht schlimm, wenn man versucht, seinen Traum zu leben, aber das verheerende daran ist, das uns sogar unser Traum noch vorgeschrieben wird. Du lebst deinen Traum nämlich nicht, wenn du in einem Ort wohnen bleibst, eine Ausbildung machst, auch wenn sie dir Spaß macht, und wenn du feste Arbeitszeiten hast, denn dann sind genau diese Arbeitszeiten das, was dich davon abhält dein Leben zu leben, weil du da nicht die Möglichkeit hast, einfach mal wegzufahren und das Leben richtig zu genießen, denn es ist ja Arbeit, was du machst, und niemand kann Arbeit genießen!

Wenn du bis jetzt noch nicht gemerkt hast, dass das pure Ironie ist, und dass Arbeit = schlecht der totale Dünnschiß ist, dann sagst du wahrscheinlich auch: "Ja...nach dem Abi will ich erstmal ein Auslandsjahr machen...und dann auf jedenfall studieren...was?.. mh. Das weiß ich nich nicht so genau.." Wenn du ganz Arm dran bist, sagst du auch noch: "vielleicht irgendwas mit Medien.."

Wieso müsst ihr denn immer studieren?!? Man kann auch einen ordentlichen Job ohne Studium finden! Sucht euch doch ersteinmal einen Job, der euch Spaß macht. Dazu gibt es so viele Möglichkeiten, nutzt also jetzt eure Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, in der ihr euch später nicht mehr nach anderen Möglichkeiten, von dieser Arbeit wegzukommen, sehnen müsst. Wenn ihr einen Job findet, den ihr freiwillg machen würdet, wie euer Hobby, dann habt ihr auch kein Problem damit, am Montag aufzustehen und zur Arbeit zu gehen.

Denn das eigentliche Problem ist das Wort "Arbeit". Wenn wir in allem dieses Wort mit "Hobby" ersetzen und "müssen" mit "dürfen", dann sieht so ein Spruchbild gleich viel harmloser aus.


So. Und jetzt sind wir mal ehrlich. Die Schule ist nicht scheiße! Die Schule ist so ziemlich die entspannteste Zeit von und zu Welt! So viel Urlaub wie wir Ferien haben, hast du erst als Rentner wieder! Natürlich hat jeder irgendwelche Lehrer oder Mitschüler, über die er sich aufregen kann, und natürlich leiden wir alle unter den großen Problemen der Pubertät, doch im großen und ganzen ist unser Leben doch sehr gechillt. Wir genießen noch Hotel-Mama oder -Papa, haben extrem kurze "Arbeitszeiten" mit vielen Pausen. Wenn ihr Glück habt, seht ihr da auch noch jeden Tag eure Freunde und gebt zu, auch Unterricht kann Spaß machen. Leider hat die Schule als Insitution nun schon den Ruf des "Schule ist scheiße!" einmal bekommen und wird ihn nicht mehr los, denn wer etwas positives über Schule sagt, ist schließlich ein Streber und Weichei.

Und genau deshalb ist alles, was von der Schule kommt erst einmal scheiße. Wie zum Beispiel unser neues Stundessystem. Als es zum ersten Mal vorgestellt wurde, waren der Großteil der Schüler dagegen, weil sie nicht geblickt haben, dass das nur Vorteile bringt (abgesehen von ein wenig Organisationschaos, aber das legt sich ja nach gewisser Zeit). Als die Menschen das jedoch kapiert haben, kam eine große Zustimmungswelle. Aber natürlich war es am Anfang einfacher, erst einmal draufzuhauen und zu sagen, dass es scheiße ist, als sich damit zu beschäfigen und außer Acht zu lassen, dass es ja von der Schule kommt und deshalb erst einmal scheiße sein muss.


Unterm Strich (*badumm tss*)

Schule ist also garnicht Scheiße, und auch Arbeit kann Spaß machen, wenn man es klug anstellt und nicht Geld die wichtigste Rolle bei der Jobsuche ist. Das einzige Problem ist, dass die Worte Arbeit und Schule in der Gesellschaft negativ behaftet sind, sodass man sie immer mit irgendwelchen Zwängen und Unfreiheit assoziiert.

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