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Umtausch gegen Bonvorlage

Auch zu Weihnachten sind Tiere "Tiere"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir alle haben es schon oft gehört: "Tiere sollen nicht zu Weihnachten verschenkt werden!"

Dennoch muss man immer wieder betonen, dass viele Häschen, Hunde und Katzen nach dem Fest im Tierheim landen, schlimmstenfalls auf der Straße.

Tausende sind das jedes Jahr.

Vor allem kleine Kinder wünschen sich oft tierische Spielkamaraden vom Weihnachtsmann, der ihnen den Wunsch dann erfüllt. Da hat er aber leider nicht richtig nachgedacht, denn möglicherweise hat das Kind eine Allergie gegen Tierhaare. Nach ein paar Tagen des Niesens und tränender Augen sind Bello oder Hoppel dann auch im örtlichen Tierheim verschwunden. Und wenn es dann nicht die Allergie war, dann gibt es auch immer Leute, die ein Haustier unterschätzen.

"Klar muss ein Hamsterkäfig saubergemacht werden! Das mach ich aber doch selbst. Versprochen!"

 

"Klar muss ein Hamsterkäfig saubergemacht werden! Das mach ich aber doch selbst. Versprochen!" Das ist der Satz gewesen, der die Eltern dieses Kindes, nennen wir es Mia, überzeugt hat, der Kleinen einen Zwerghamster zu schenken. Nur sie hat einfach keine Lust, zwei mal am Tag Wasser aufzufüllen, Futter nachzuschütten und alle zwei Tage den kompletten Käfig sauber zu machen. Mia ist schlichtweg überfordert. Nun kann der Nächste ihn aus dem Tierheim abholen.

 

Jetzt ist Mia allerdings schon groß. Sie ist 16, wird bald 17. Sie will endlich nocheinmal ein Tier. Ein Hamster ist ihr zu langweilig, eine Katze zu eigensinnig, ein Hund soll her! Die Rasse ist schnell ausgesucht, denn Boxer fand sie immer schon toll. In 2 Monaten ist wieder Weihnachten und ein Bekannter kennt den Freund vom Kollegen, dessen Cousine Boxer züchtet.

Ein Glück für Mia, ein Leid für den Welpen, denn der Hund der Züchterin hat grade einen neuen Wurf. Welche Papiere so ein Welpe braucht, wissen Mias Eltern nicht. Eine Ahnentafel gibt es nicht, Untersuchungen wurden nicht gemacht, möglicherweise Überzüchtung. Aber das kann man ja alles nicht wissen, wenn man in zwei Monaten einen Hund braucht.

Der Welpe ist schnell ausgesucht und gekauft.

"Ein Schnäppchen für 500 €,  Leine und Decke gibt es noch dazu."

Ein Schnäppchen für 500 €, Leine und Decke gibt es noch dazu. Bei der Hundesteuer wird es das erste Mal ein Staunen geben. Ganz schön happig, die 110 € im Jahr! An Weihnachten wird der Hund abgeholt, und der neue Mitbewohner heißt Ben. Mia ist natürlich tierisch aufgeregt und geht ausgiebigst mit Ben Gassi. Jeden Tag auf´'s Neue freut sie sich auf den Spaziergang mit ihrem Ben. Als dann allerdings die Klassenarbeiten anstehen, sie für Tests lernen muss und sie nachmittags auch mal zu Freunden will, wird ihr das mit Ben zu viel. Sie fragt ihre Eltern, ob diese nicht mal Ben nehmen können. Aber weder Mama, noch Papa haben nach einem langen Arbeitstag Lust, mit Ben rauszugehen. Gut, dann trifft sich Mia halt nicht mehr mit den Freundinnen, denn sie war es ja immerhin, die einen Hund haben wollte. Eines Tages bekommt Ben jedoch Schmerzen beim Laufen. Er will nicht mehr raus, fühlt sich nicht wohl. Der Tierarzt diagnostiziert Hüftdysplasie, eine typische Boxer-Krankheit. Alle hoffen, dass es sich mit einer Futterumstellung heilen lässt, aber die Beschwerden sind genetisch bedingt. Dies zu heilen würde die Familie 1100 € kosten, was sie sich nicht leisten kann. Niemand hätte sich je träumen lassen, dass ein Hund so teuer werden kann! Hätte man doch eine Versicherung abgeschlossen! Daran hatte aber keiner in der Eile gedacht, denn der Hund sollte doch bis zu Weihnachten da sein. Mit mehr Überlegungszeit hätte sich Mia vielleicht für einen Hund mit weniger Potenzial für eine solche Krankheit gewünscht. Aber hin oder her, der Hund wird zu teuer, er muss weg. Da Ben eine nette Familie gefunden hatte, geben sie ihn ins Tierheim. Manche hätten ihn einfach ausgesetzt oder an einem Raststellenparkplatz angebunden.

 

Und das hab ich mir nicht ausgedacht. Solche Geschichten passieren in Deutschland viel zu oft. Wenn ihr ein Tier wollt, dann informiert euch bei Menschen, die auch Tiere haben. Spart lange für ein solches Tier und denkt daran, dass sie Zuwendung, Liebe, Zeit, Auslauf und vor allem Geld benötigen.

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