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Ein Stück Heimat

Siegen von Anfang an...

In der Schule lernt man (fast) alles über die Geschichte der Welt; jedoch die Heimatgeschichte kommt definitv zu kurz. Und weil Wissen über die Region wichtig ist, gibt es jetzt Nachhilfeunterricht.

Aber Achtung, es könnte sein, dass ihr im Laufe des Artikels etwas lernt...

 

Woher hat Siegen eigentlich seinen Namen?

Der Name für den Fluss Sieg kam warscheinlich - dies ist nicht entgültig gesichert - vom westgermanischen Stamm der Sugambrer und als Ort wurde es dann 1079 wurde dann erstmals als "Siegena" in einer Urkunde erwähnt.

 

Seit der Frühgeschichte bis ins Mittelalter war das Gebiet des heutigen Siegerland sehr bekannt für seine die Eisenverhüttung. Zum Beispiel standen entlang der Sieg nachweislich Latene-Öfen, die 500 v. Chr.  bis 100 n. Chr. zur Erzverhüttung benötigt wurden. Einige Nachbauten solcher Öfen kann man heute noch besichtigen

(zum Beispiel auf dem Rödgen und in Freudenberg). Die Eisenverhüttung bestimmte bis vor einigen Jahrzehnten noch die komplette Industrie Siegens. Sie wurde zwar für einige Jahrhunderte unterbrochen, doch im 10. und 11. Jahrhundert wieder aufgenommen.

 

In der frühen Neuzeit war Siegen von einer Stadtmauer mit 16 Türmen und 3 Stadttoren umgeben. Die Namen der Stadttore existieren im heutigen Sprachgebrauch immer noch. Die Namen bezeichneten je die Handelswege in Richtung der nächsten großen Stadt: Das Kölner Tor, das Marburger Tor. Das Löhrtor befand sich in Richtung Wetzlar und bekam seinen Namen durch die dort angesiedelten Löher und Gerber. Die Lohe wurde zum Gerben von Leder benötigt.

 

Im 16. Jahrhundert setzte Fürst Wilhelm der Reiche (1487–1559) den Grundstein für das Gymnasium am Löhrtor. Er errichtete ein Franziskanerkloster, aus dem die Schule später hervorging.

 

 

Johann der Jüngere hingegen trat, im Gegensatz zu Johann dem Mittleren, in die katholische Kirche ein und wollte auch die Siegener mit Gewalt zwingen, diese Konfession anzunehmen.

Fürst Johann Moritz zu Nassau-Siegen!

Und jetzt kommt jemand ins Spiel, von dem ihr schonmal gehört haben solltet: Fürst Johann Moritz zu Nassau-Siegen!

Er setzte Johann den Jüngeren ab und teilte das Siegerland in unterschiedliche Konfessionen ein. Das ist auch der Grund, weshalb es in Netphen mehr Katholiken gibt und in Siegen selbst mehr Protestanten.

Fortan gab es eine katholische Herrschaftslinie, die vom Oberen Schloss aus regierte und eine protestantische, die im Unteren Schloss saßen.

 

Siegen wurde im 17. Jahrhundert von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht. Bei einem Brand zur Erntezeit brannten durch Funken, die von einem Schmied verursacht wurden, 25 Wohnhäuser und 15 Scheunen komplett nieder, viele weitere wurden beschädigt. Glück im Unglück war es dennoch, denn da Erntezeit war, befanden sich die meisten Siegener auf dem Feld und nicht in der Stadt, weshalb wenige verletzt wurden. Bei einem weiteren Brand standen mehr als 250 Häuser in Flammen!

 

Zudem nahm im 17. Jahrhundert die Gewalt zwischen den Konfessionen zu und es tritt jemand auch sehr Bekanntes ins Spiel: Wilhelm Hyacinth. Er ermordete Friedrich Flender, nach dem die Friedrich Flender Schule in Weidenau benannt wurde. Hyacinth wurde aus der Stadt vertrieben und damit endete die katholische Herrschaftslinie in Siegen.

"1816 hatte Siegen schon 3421 Einwohner in insgesamt 572 Häusern."

Siegen profitierte erst im Deutschen Kaiserreich sehr vom Bergbau, denn dadurch gewannen die Bürger an Wohlstand. Zuvor, in der Zeit Napoleons hatte sich der Fürst von Oranien geweigert, dem Rheinbund beizutreten, weshalb er abgesetzt wurde.

Die erste Straßenbeleuchtung bekam Siegen 1814. Das waren 16 Petroliumlampen, und zwar für die ganze Stadt!

 

In den ersten Weltkrieg zogen auch viele Siegener. Vielleicht kennt ihr die Grundschule am Kaisergarten: Die Nordschule. Sie zum Beispiel wurde als Lazarett genutzt. Die meisten Frauen arbeiteten in der Rüstungsindustrie, um Geld zu verdienen, das dringend für den Lebensmittelerwerb benötigt wurde.

 

In der Weimarer Republik baute Siegen die Infrastruktur aus. Später, in der Zeit des Nationalsozialismus, begann der Zweite Weltkrieg.

Auch in Siegen gab es Hausdurchsuchungen, Festnahmen, Ermordungen und Deportierungen, genau wie die Unterdrückung der Siegener, die jüdischen Glaubens waren. Der 10. November 1938 ist ein wichtiger Tag in der Geschichte Siegens, denn an diesem wurde die Synagoge am Obergraben verwüstet und abgebrannt. In ganz Siegen verteilt kann man vor Häusern sogenannte "Stolpersteine" entdecken. Das sind goldfarbene Pflastersteine, in denen die Namen derer eingraviert sind, die aus ihrer Heimat und ihrem Haus vertrieben und in Konzentrationslager deportiert wurden.

1940 wurden in Siegen Luftschutzbunker gebaut, die auch heute noch in Form von Parkhäusern und Wohnhäusern zu finden sind.

Der 16. Dezember 1944 ist ein Schicksalstag der Stadtgeschichte, denn bei einem starken Luftangriff wurden 80 Prozent der Stadt verwüstet. Es starben ca. 350 Deutsche und sehr viele ausländische Zwangsarbeiter, deren genaue Zahl jedoch nicht festgestellt werden konnte. Am 6. April 1945, also gegen Kriegsende, nahmen US-Truppen dann Teile Siegens ein. Drei Tage später war der Krieg in Siegen beendet. Siegen hätte auch die Möglichkeit einer friedlichen Übergabe gehabt, doch das Flugblatt (zu finden im Siegerland Museum Oberes Sschloss) dem die Allierten Forderungen für möglichst gewaltfreies Kriegsende stellen, wurde offensichtlich zusammengeknüllt. Das zeigt, dass die Verantwortlichen bis zum Schluss an eine Chance Siegens gegen die Übernahme der Allierten sahen. Diese schrieben, dass es eine "Übergabe [...] nach Genfer Konventionen" gäbe. Die Soldaten sollten unbewaffnet und mit einer weißen Fahne am 1. April 1945 um 9 Uhr an die Marienbornerstraße  kommen. Insgesamt wurden ganze 90 Prozent, das sind 4.096 Gebäude mit 10.169 Wohnungen, beschädigt oder ganz zerstört.

 

Nach 1945 wurde Siegen dann umorganisiert und wieder aufgebaut. Bis vor wenigen Jahrzenten waren belgische Truppen in der Stadt stationiert (Siegen war zur Zeit der Besatzung Britisches Gebiet) und die Entwicklung bis zum heutigen Siegen, wie wir es kennen, begann.

 

1975 wurde Siegen schließlich zur Großstadt, denn das erste Mal überschritt Siegen damals die Grenze von 100000 Einwohnern. 2011 verlor Siegen diesen Titel für 3 Jahre, 2014 lag jedoch die Einwohnerzahl erneut bei 100325.

 

2004 waren einige Häuser am Rosterberg infolge des Bergbaus stark einsturzgefährdet.

Aktuell befindetet sich die Stadt in einer Entwicklung. Die Universität zieht um und Siegen will mit Bauprojekten moderner werden.

 

Seit 2017 kann man Siegen sogar im Duden finden.

 

 

Wenn euch das Thema interessiert, dann lest gern dazu auch auf Wikipedia, das mir mit detaillierten Informationen an vielen Stellen geholfen hat ;) Danke auch an Oma, die mir mit vielen Tipps und Geschichten zur Seite gestanden hat. Und nicht zuletzt bedanke ich mich bei meinem Geschichtslehrer Herrn Jeroch, der den Artikel geprüft und mich mit Quellen unterstützt hat.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mona lisa (Mittwoch, 07 Februar 2018 18:20)

    Sehr schöner Artikel, interessant zu wissen wo man lebt und was der Hintergrund ist