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Zeppeline

Der Graf und seine "Fliegenden Zigarren"

Wer kennt sie überhaupt noch?

Zeppeline - kurzer Erfolg, großer Fortschritt. Und wer das schon mal gehört hat, der weiß doch oft nicht, was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Wie funktionierten sie? Und wer erfand sie? Also greife ich zu Papier und Stift, bzw. Website und Tastatur, und kläre die Welt auf!

 

Erst einmal - der Name. Klingt ja schon komisch, "Zeppelin". Dabei ist der Hintergrund so einfach - der Erfinder hieß Zeppelin.

Genauer gesagt Ferdinand Graf von Zeppelin. Und damit wären wir schon bei der nächsten Frage - wer erfand die Zeppeline?

 

Klar, das habe ich jetzt schon verraten. Aber wann, wo und auf welchem Wege? Denn dieser Weg war für den Grafen nicht ganz einfach.

Am besten wir fangen ganz vorne an.

1890 scheidet Zeppelin aus dem Militärdienst aus. Ab jetzt dreht sich das Leben des 52-Jährigen nur noch um eines: Er will es besser machen, beim Bau der Luftschiffe, besser als seine Vorgänger. Das macht ihn zu einem "Narren", der sein gesamtes Leben und Vermögen aufopfert, um seinen einzigen, verrückten Traum zu verwirklichen.

 

Und nach zehn Jahren harter Arbeit ist es dann endlich soweit. Sein erstes Luftschiff, LZ 1, startet am zweiten Juli 1900 seinen ersten Flug.

Leider muss der Graf eine Enttäuschung einstecken: Nach 18 Minuten Flug über dem Bodensee muss sein Lebenswerk notlanden. Aber an Aufgeben ist für den mehr oder weniger fliegenden Grafen nicht zu denken. Er schafft es durch seinen unendlichen Erfindergeist, dass nur fünf Jahre später LZ 2 abheben kann. Aber das Glück ist einfach nicht mit dem Grafen. Sein Meisterwerk "Numero zwei" will auch nicht so recht und muss ebenfalls notlanden, nachdem Baumkronen die Hülle aufgeschniitten haben.

Eines weiß Zeppelin - wenn sein dritter Anlauf nicht funktioniert, dann kann er sich das mit dem Ruhm und der Ehre abschminken.

Denn ein Luftschiff, das nicht fliegt, will keiner haben.

 

Und mit LZ 3 wird sein Traum dann endlich wahr. Es bleibt ganze zwei Stunden in der Luft. Und als wenn das nicht schon genug persönlicher Erfolg für den Grafen wäre, gibt Kaiser Wilhelm ein weiteres Modell in Auftrag. Das soll dann sogar einen ganzen Tag in der Luft bleiben!

 

Doch Zeppelin zögert nicht lange und stellt sich der Herausforderung.


EXKURS: Der Aufbau der Zeppeline

Die Luftschiffe von Ferdinand Graf von Zeppelin bestanden alle aus einer Idee, an der ihr Erfinder immer wieder arbeitete und diese verbesserte. Die Zeppeline waren starre Flugobjekte, die durch eine Aluminiukonstruktion im Inneren gestützt wurden. Zeppelin vertraute dem Aluminium, schließlich galt es als ein besonders leichtes Metall.

Zeppelins LZ 1 war 128 Meter lang und maß einen Durchmesser von 11,25 Metern. Im Haupterscheinungsbild der Zeppeline, der riesigen Zigarre, befanden sich jedoch Luftkammern. Diese füllte Zeppelin mit Wasserstoff. Auch von diesem Gas war er überzeugt. Denn es ist leichter als Luft und musste also abheben!

Doch leider hat Wasserstoff noch eine Eigenschaft: Er ist gefählich, denn er ist gut brennbar! Und das sollte dem Grafen später noch zum Verhängnis werden.

Als Vorwärtsantrieb in der Luft befinden sich mehrere Propeller am hinteren Ende des Luftschiffes.

Unten an der "Zigarre" befestigte der Graf zwei Gondeln. In diesen fanden Motoren, Piloten, aber auch Passagiere Platz und sogar ein Restaurant Platz.

 


Aber weiter mit unserer Frage. Weiter mit der Geschichte des Grafen und der ganz besonderen Luftschiffe.

 

Denn der Graf schafft es!

Am ersten Juli 1908 fliegt Zeppelin zwölf Stunden in seiner LZ 4. Sofort wird der Erfolg dokumentiert. In ganz Deutschland und darüber hinaus wird von den beiden berichtet.

Aber wir kennen ja den Grafen und seine leider etwas faule Glücksfee. Und so kommt es, dass ein Sturm aufkommt und den Zeppelin LZ 4 losreißt. Dabei entzündet sich der Wasserstoff und lässt das Luftschiff komplett ausbrennen. Eine riesen Katastrophe!

 

Doch der Graf ist nicht mehr alleine: Seine vielen Fans spenden insgesamt sechs Millionen Goldmark, damit Ferdinand weitermachen kann. Und die Gelegenheit nutzt er und gründet unter vielen weiteren Firmen die "Luftschiffbau Zeppelin GmbH". Seitdem hier Fachleute an der Optimierung von Motoren und vielen anderen Teilen der Luftschiffe arbeiten, sind die Zeppeline unverzichtbar und werden sogar im Ersten Weltkrieg eingesetzt.

Ferdinand Graf von Zeppelin stirbt im Jahr 1917 in Frieden, denn er hat sein Lebensziel erreicht. Seine Luftschiffe sind weltweit als ein voller Erfolg bekannt.

 

Aber jetzt fragt ihr euch sicher, wieso ihr letztes Jahr nicht mit einem Zeppelin nach Mallorca geflogen seid, sondern mit einem viel moderneren Flugzeug.

Denn der Erfolg der Zeppeline währte nicht für ewig.

 

Am sechsten Mai 1937 endet eine Ära. Als die LZ 129 zur Landung ansetzt, passiert das Unglück. Der Wasserstoff im Bauch der sogenannten Hindenburg entzündet sich und das ganze Luftschiff geht in Flammen auf. Die unvergessliche Katastrophe fordert 36 Opfer.

Seit diesem Geschehnis steigt kein Zeppelin mehr in die Höhe, zumindest eine Zeit lang.

 

Denn 1993 wird von den verbliebenen Zeppelin-Fans der "Zeppelin NT" entwickelt, wobei "NT" für "Neue Technologie" steht. Die Entwickler füllen das Luftschiff statt mit dem brennbaren Gas Wasserstoff mit Helium. Dieses Gas ist wie Wasserstoff leichter als Luft, jedoch kann es sich nicht mehr entzünden.

Seitdem können interessierte Touristen ohne Bedenken mit der überarbeiteten Riesenzigarre über dem Bodensee Runden drehen.

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