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Die Liebe aus dem Backofen

Alles rund um die Tiefkühlpizza

Runde Pizza - Runde Zahl. Fast 900 Millionen Tiefkühlpizzen werden im Jahr von uns Deutschen verzehrt. Davon im Schnitt 11 von jedem Einzelnen. Und davon ist die Salamipizza am beliebtesten. Der Eine isst nichts Anderes, der Andere is(s)t disziplinierter und verspeist nur ein paar im Jahr. Aber lieben tun wir sie doch alle - die Tiefkühlpizza. Auch wenn sie nicht ganz so lecker aussieht wie die vom Italiener, beim Geschmack kann sie manchmal sogar mithalten! Der knusprige Boden, die würzige Tomatensoße, unbewusst das viele Fett. All diese Dinge machen die Tiefkühlpizza zum Geschmackserlebnis.

Gehörst du eigentlich zu den vier Prozent der Deutschen, die ihre Pizza vorm Essen zusammenklappen? Oder bist du ein vornehmer Spießer, der wie 36 Prozent der Deutschen immer, egal ob Schnitzel oder Pizza, mit Messer und Gabel isst? Aber vielleicht schwimmst du auch mit dem Strom und machst es den 60 Prozent nach, die ihren belegten Teigfladen in Stücke schneiden und dann die Finger benutzen.

Und unter allen Pizzaliebhabern gibt's nur einen Traumjob: Testesser bei Dr. Oetker, Wagner und Co.! Den lieben langen Tag Pizza essen und sogar dafür bezahlt werden. Für rund 4000 Feinschmecker pro Werk ist der Traum wahr geworden. Sie sitzen in leeren, weißen Räumen, damit sie nichts vom kritischen Betrachten der Pizzen ablenkt. Oftmals dauert es Monate, bis eine neue Kreation der Hersteller im Supermarkt zu kaufen ist.

Wusstest du, dass die Pizza als solches schon vor 2000 Jahren "entdeckt" wurde? Die Bäcker schoben vor dem eigentlichen Brot dünne Teigfladen in den Ofen, um zu testen, ob der Ofen schon warm genug war. Und 1800 Jahre später, wurden diese dann von den Italienern auch mit Tomate, Käse usw. belegt. Glaubst du eigentlich an die Legende, dass im Jahr 1889 die Margherita erfunden wurde, um die Königin Margherita zu ehren? - wer wünscht sich nicht, dass eines der weltweit beliebtesten Gerichte nach ihm benannt wird? Die Beläge Tomaten, Mozzarella und Basilikum sollen die Nationalfarben darstellen, die ja auch auf der Flagge Italiens zu finden sind.

"Nach zwei Stunden liegen die Pizzen endgültig im Karton"

Eigentlich läuft es bei der Herstellung der Tiefkühlpizzen nicht anders als bei dir zu Hause, wenn du Pizza backst. Nur viel, viel, größer. Die Tomatensoße kommt in Fässern, das Mehl in Säcken, so groß wie die vom Weihnachtsmann. Und wahrscheinlich ist dein Ofen zu Hause auch nicht ein paar Meter lang. Aber du backst ja auch nicht Millionen Pizzen an einem Tag. Und schon gar nicht für insgesamt 40 Länder.

Lasst uns doch mal eine Pizza auf dem Weg bis in deinen Ofen begleiten - naja, zumindest bis zur Auslieferung. Als Erstes werden die Zutaten für unsere und viele andere Pizzen von Maschinen vermengt. Dann ist unsere Pizza schonmal ein Teigklumpen. Weiter geht's in den Gärschrank. Dort geht der Teig dank der Hefe auf. Danach wird der Teig plattgepresst und es werden kleine Löcher hineingepikst. Bestimmt hast du dich schonmal gefragt, wieso im Pizzaboden immer so kleine Löcher drin sind - die sind nämlich dazu da, dass beim Backen der Wasserdampf entweichen kann.

Nach dem Backen muss unsere Pizza erstmal abkühlen. Wenn sie wieder Zimmertemperatur hat, wird die Tomatensoße draufgeklekst. Währenddessen raspelt eine andere Maschine die riesigen Blöcke Käse klein, die nun auf unsere Pizza gestreut werden. Und nein, hier ist es keine Verschwendung, den Käse einfach über das ganze Laufband mit den Pizzen zu streuen. Denn der danebengefallene Käse wird auf den nachfolgenden Pizzen verteilt. Unter der nächsten Maschine bekommt unsere Pizza noch eine Basilikum-Pesto Dusche. Frisch geduscht geht es unter noch eine Maschine, die den Mozzarella auf unsere Pizza legt. Dann geht's  zu netten Mitarbeitern, die unsere Pizza nochmal kontrollieren, denn auf jeder Pizza müssen genau sieben Käsescheiben liegen. Und wenn dann auch noch die Tomatenwürfel drauf sind, wird die Pizza bei minus 30 Grad Celsius eingefroren, damit sie auch wirklich erst in deinem Backofen wieder auftaut.

Danach kommt nur noch die Folie drauf und unsere Pizza muss noch eine letzte Kontrolle über sich ergehen lassen. Und zwei Stunden nach dem Auftreffen der ersten Zutaten auf den leckeren Boden, liegen die Pizzen dann endlich im Karton.

 

Guten Appetit :-P

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