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In die Tonne gekloppt - Verpackungsmüll

Verpackungen heute und damals

Quelle: Wilhelmshavener Zeitung
Quelle: Wilhelmshavener Zeitung

Oft denkt man beim Stichwort "damals" ja an schöne "Tante Emma-Läden".

Man wickelt die Butter in ein einfaches Stück Papier, den Käse genauso. Das klingt ja nach recht wenig Verpackung, vor allem, wenn man dieses Papier jedes Mal wieder benutzt. Aber waren in der "Alten guten Zeit" wirklich alle Dinge verpackungstechnisch besser, das heißt umweltfreundlicher?

Bestimmt war zumindest auf den Dörfern vieles wiederverwertbar, jedoch wahrscheinlich eher, weil es einfach noch kein Plastik gab, um die Ware so einzupacken wie heute. Weniger wohl, weil die damalige Bevölkerung so viel über Klimawandel wusste. Aber ein ausschlaggebender Grund wird auch sein, dass die Gesundheits- und Hygienevorschriften den Verkäufern von heute verbieten, in mitgebrachte Behältnisse zu füllen. Und diese gab es zu Uromas Zeiten bestimmt noch nicht, damals wurde schließlich noch fröhlich in eigene Dosen, Gläser und Co. gefüllt.

Unverpackt - was es mit den Läden ohne Verpackungen auf sich hat

Ökologisch, praktisch, gut. Gibt es auch was Schlechtes an den neuen Unverpacktläden? Und überhaupt - ist das Kaufen ohne Verpackung wirklich viel besser als mit?

Mal so gesehen, verkaufen ohne Verpackungen ist nicht schwer. Der Händler geht in den Großhandel und kauft ein par Packen Cornflakes, die er dann in seinem Laden in die Glastrichter füllt.

Da die meisten Besitzer es jedoch machen, um weniger Müll zu produzieren, denke ich, dass sie auch auf die verpackungsfreie Lieferung achten. Außerdem ist den meisten Unternehmern die Transparenz sehr wichtig. Ich bin mir sicher,  wenn ihr bei eurem heimischen Unverpacktladen nachfragt, wird man euch wesentlich freundlicher aufnehmen als bei einer riesigen Supermarktkette. Und was ihr dort gezeigt bekommt wird mit Sicherheit auch erfreulicher sein als beim Discounter. 

 

Und noch eine Frage: Wieso ist es teurer, ohne Verpackung zu kaufen, wenn ich diese und das Verpacken ja nicht mitbezahlen muss?

Es ist erst einmal viel schwieriger,  komplett Müll freie Lieferanten zu finden, welche sich in ihrer fast schon Monpolstellung natürlich entsprechend bezahlen lassen. Außerdem macht das Plastik und das Verpacken nur einen sehr geringen Teil des Preises unserer Lebensmittel aus.

 

Würdet ihr euch freuen, wenn es in Siegen auch einen Unverpackt Laden gäbe? Schreibt in die Kommentare!

Ich habe gehört, dass es schon eine richtige comunity gibt, die für einen solchen Laden in unserer schönen Heimatstadt kämpft. Hoffentlich bleibt es nicht nur dabei.

Wiederverwertung - zu teure Idee oder umweltfreundliche Endlosschleife?

Recycling - klar, das kennt man. Aber damit man echt was für die Umwelt bewirken kann, braucht es mehr als das. Nur leider auch mehr Geld als dafür zur Verfügung steht. 

Aber mutige Unternehmer machen den Anfang: Die in aller Welt zu findende italienische Firma Aquafil sammelt Müll aus der ganzen Welt, um daraus astreinen Rohstoff zu machen. Sie holt sogar alte Fischernetze, sogenannte Geisternetze, aus dem Meer. So sorgen sie nicht nur für weniger Müll, sondern helfen auch den vielen Fischen, denen die 650.000 Tonnen Netze zum Verhängnis werden. Aquafil sagt, das Schwierigste an ihrem Verfahren sei es, genügend Müll aufzutreiben! Mithilfe eines von dem Konzern selbst entwickelten Verfahrens kann ein Kilo Abfall zu einem Kilo sauberem Kunststoff verarbeitet werden. Sie sagen, sie könnten es wiederholen, so oft sie wollten. 

Neueinsteigern im Gebiet "cradle to cradle" (Kreislaufwirtschaft in einer Welt ohne Müll) hilft Experte und Mitentwickler des Prinzips "cradle to cradle" Michael Braungart. Zusammen mit William McDonough entwickelte der Chemiker dieses Konzept. Außerdem hat er immer wieder neue Ideen, um den Müll von dieser Welt zu verbannen. Zum Beispiel könnte man statt Dinge einmalig zu verkaufen, nur noch Dienstleistungen verkaufen. Im Möbelgeschäft würdest du dann statt eine Matratze zu kaufen, die du für immer besitzt und nach zehn Jahren wegschmeißt, z. B. zehn Jahre "Schlafen" erhalten - quasi eine Art des Leasings. So könnte der Hersteller sichergehen, dass er die Matratze nach zehn Jahren auch wirklich zurückbekommt, um sie zu einer neuen Matratze zu verarbeiten, und sie nicht doch auf dem Müll landet. 

Denn wenn der Käufer nicht mitmacht, nützt das beste Prinzip zur Wiederverwertung nichts.

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