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Rettet die EU die Welt?

Dass die Welt nicht mehr lange so existieren wird, wie wir sie kennen, war von vornherein klar. Die Menschen verbrauchen Ressourcen in Sekunden, die Millionen Jahre brauchen, um sich zu regenerieren. Wir versiegeln Flächen, die wir selbst zum Leben bräuchten. Man muss also  sagen, dass die Menschen das größte Problem der Welt sind.

 

Die Verschmutzung der Welt hat allerdings in den letzten Jahren ein enormes Außmaß angenommen. Beweise folgen...

CareElite veröffentlichte schockierende Zahlen:

  • Jährlich gelangen ca. 32 Tonnen Plastikmüll in die Umwelt
  • Ein minimaler Bruchteil des Mülls wird recycelt, ein größerer Teil verbrannt. Dabei entstehen giftige Gase, die nicht nur uns unsere Gesundheit kosten, sondern die Atmosphäre der Erde zerstören.
  • Während in China erst 9% des Mülls recycelt werden, sind es in Europa immerhin schon 30%. Kurz dahinter liegen die USA.
  • Der durchschnittliche deutsche Bundesbürger produziert im Jahr 37kg Verpackungsmüll, insgesamt sind es unvorstellbare 611kg
  • In der weltweiten Müllproduzierrangliste pro Kopf liegt Deutschlang auf Platz 4! Bitte darauf wirklich nicht stolz sein.

Denk doch mal darüber nach, wo du den Tag über Müll produzierst.

Warum soll Plastik jetzt schlecht sein?

Für alle, die noch nicht sehen, was das für verheerende Folgen für uns und den Rest der Welt hat, hier eine Zusammenfassung:

 

Nach Careelite soll 2050 dreimal soviel Plastikmüll in den Meeren schwimmen wie Fische.

Dieses Plastik schwimmt dort allerdings nicht einfach so harmlos rum, sondern kostet Tiere das Leben und macht die Menschen krank. Tiere verschlucken das Plastik und der Magen füllt sich. Es kann jedoch nicht verdaut werden und Nährstoffe enthält es auch nicht. Fische verhungern also bei vollem Magen. Größere Fische fressen die Fische mit Plastikpartikeln, das Todesurteil zieht sich durch die Nahrungskette. 

Bei Schweinen beschweren wir uns über Antibiotika im Fleisch, doch wie ist es mit Plastik auf deiner Pizza Frutti di Mare? Muscheln filtern Verschmutzung aus dem Wasser und nehmen sie auf. Abgesehen von den Folgen für sie, essen wir diesen Müll mit.

Appetit vergangen? Verständlich.

 

99% des Plastikmülls enden laut UNEP im Meer. Dem Lebensraum von unzähligen Lebewesen.

Die Politk beginnt etwas zu tun...

Doch nicht nur unsere Redaktion hat die Dringlichkeit dieses Problems erkannt. Die EU hat sich schon beim Gesetz gegen Plastiktüten eingeschaltet und tut es jetzt wieder, indem sie zum Beispiel plastikhaltige Trinkhalme, Plastikbesteck, Zigarettenfilter und Chipstüten verbieten will. Alles Dinge, die wir nahezu täglich verwenden, die also durch Alternativen ersetzt werden müssen. Bevor wir die Alternativen unter die Lupe nehmen, beschäftigen wir uns erstmal mit dem "wie", "wann" und "warum erst jetzt".

... doch aus einer fragwürdigen Motivation

Es mag lustig klingen, mit dem Verbot von ein paar Trinkhalmen die Welt retten zu wollen, doch tatsächlich machen die Trinkhalme und anderen "verbotenen Kleinigkeiten" 70% des am Strand gefunden Mülls aus. 

Warum hat man das aber nicht schon früher verboten, sondern bemerkt erst jetzt, dass sich was ändern muss? 

Bemerkt hat man das tatsächlich schon vorher, nur hatte das Problem da für die Europapolitik noch keinen so hohen Stellenwert. Erst mit einem Importstopp für Plastikmüll seitens China hat das Problem auf eine neue Stufe gehoben. Statt unseren Müll in China auf Halden zu sammeln und zu verbrennen, müssen wir nun eine Lösung in Europa finden. Diese Müllhalden möchte jedoch keiner im eigenen Land, weshalb Verbote die beste Mögkichkeit aus politischer Sicht sind. Der ökologische Aspekt hilft nur dabei, die Gesetzte zu rechtfertigen. Schade, das macht wenig Anschein von Einsicht.

Warum verwenden wir Plastik?

Vorteile von Platik:

  • geringes Gewicht
  • Wasserundurchlässig
  • günstige Produktions- und Materialkosten
  • leicht zu bearbeiten

Was können die Alternativen?

Doch erfüllen Alternatien zum eingebürgertem Plastik auch ihren Zweck vergleichsweise gut?

Beispielsweise lassen sich die Alternativen Holz, Papier (also doch wieder Holz), Metall, Glas, Keramik und Stoff nennen.

Während die beiden zuletzt genannten materialien sehr schwer und zerbrechlich sind ist Metall bei hohen Gewicht wenigstens stabil. Stoff aus Baumwolle, einen o.ä. ist zwar bei Tragetaschen und Kleidung sinnvoll, aber lässt sich wegen der Waserdurchlässigkeit selten anders verwenden. Holz und Papier sin mit Abstand die beliebsten Alternativen zum Plastik. Holz ist relativ leicht und lässt sich wie Papier so beschichten, dass es Feuchtigkeit standhält. Doch auch Holz ist nicht die alle Probleme Lösende Offenbarung. Die Regenwälder werden schon zu Zeiten von Plastik gerodet. Von giftigen Gasen abgesehen, sind auch Bäume knappes Gut. Sie wachsen zwar nach, doch sehr langsam. Wälder bieten Tieren zwar Lebensraum, doch hoher Bedarf an einzelnen Baumarten fördert Monokulturen.

 

Ein Bielefelder Bäcker hat eine kuriose Art gefunden, dem Plastikstrohhalm aus dem Weg zu gehen. Statt der dünnen Röhren verwendet er tatächlich Makkaroni (Spaghetti mit Loch in der Mitte).  Klingt zwar seltsam, ist aber ganrantiert kompostierbar, billig zu erwerben und erfüllt alles, was ein Strohhalm können sollte.

 

Diese Alternativen bedeuten in den Augen vieler vermutlich eine Verschlechtuerung unseres Lebensstandarts, was ich so nicht unterschreiben würde. Wenn jedoch geeignete Alternativen finden, dann verschlechtern wir nicht unser Leben, sondern verbessern und retten das der nachfolgen Generationen.  Plastik ist aber einfach praktisch. Wir müssen uns die Frage stellen, was wir für die Umwelt in Kauf nehmen, denn bisher weisen alle Alternativen zu Plastik Schwächen auf. Doch auch schon eine ausgewogene Nutzung verschiedener auf der Erde zu findener Materialien würde vieles verbessern. Genau das ist der Punkt, wo man auch heute noch ansetzten kann, ohne auf Forschungsergebnisse zu warten.

Wie geht das mit dem Biokunststoff?

Biokunststoff bedeutet entweder, biologisch abbaubar oder aus nachwachsenden Rohstoffen. Trotz Biosiegal ist bei diesem Kunststoff nicht alles im grünen Bereich.

So schnell wie er zur größten Hoffnung der Gesellschaft aufgestiegen ist,  ist er auch wieder gefallen. Denn allein

an der Kompostierbarkeit gibt es allerdings einen Haken: Dieser Kunststoff lässt sich nur indusriell kompostieren, denn Temperatur- und Feuchtbedingungen sind entscheident. Auch sucht man vergeblich nach einem Erdhaufen nach der Kompostierung. Es entsteht lediglich Wasser und CO2.

Und nicht nur das, das Erdöl wird zwar nicht für das Plastik selbst verbraucht, aber für den Anbau von benötigten Rohstoffen wie Mais. abgesehen davon, dass es Menschen gibt die hungern und wir Lebensmittel zur Kunststoffherstellung verbrauchen, sind Pestizide und Düngemittel sind ein weiteres Problem. Diese bedeuten den Tod für Tiere auf dem Land, während durch Meeresverschmutzung sonst Tiere im Meer gestorben wären. Eine Verbesserung ist das auch nicht.

Bioplastik ist also nicht wirklich besser für die Umwelt, hört sich nur so an.

Was würdest du heute noch ganz persönlich unternehmen, um deinen Lebensraum zu erhalten? DU lebst auf der Welt, deshalb musst auch DU in deinem Leben zu beginnen, sie zu retten. Und stell bitte nicht radikal dein ganzes Leben auf den Kopf, sondern überlege sorgfältig, was der Umwelt wirklich von Nutzen ist. Denn Verschmutzung betrifft alle Lebensbereiche und ist eine Verstrickung von vielen Problemen der Welt, die man gründlich durchdenken muss, bevor man sicher ist, der Welt etwas Gutes zu tun.

Und beschränke dich bei deinen Überlegungen nicht nur auf Kunststoff, sondern bedenke CO², Methan, Monokulturen, Pestizide, Giftstoffe, Übersäuerung des Bodens und viel, viel mehr.

 

Ein Plastikverbot rettet zwar nicht die Welt, aber unzählige Leben.

Für eine nachhaltige Welt ist nicht nur schadstofffreie Umwelt von Nöten. Wenn du am Thema interessiert bist, informiere dich doch über die Sustainable Development Goals der UN.

Bilder von un.de und pixabay.com

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